Vorteile eines Jupas für Jugendarbeit

Ganzheitliches Jugendangebot in einer Gemeinde

Offene Jugendarbeit und Jugendparlamente sind Teile eines ganzheitlichen Angebots für die Jugend einer Gemeinde. Sie verfügen über jeweils eigene Stärken und Kompetenzen und können sich ergänzen wie auch unterstützen.

Beispielsweise sind Jugendparlamente altersbedingt dem Zielpublikum der Jugendarbeit viel näher und kennen die Bedürfnisse der anderen Jugendlichen sowie die Kanäle mit denen man sie erreicht häufig besser. Darüber hinaus kennen sie die örtlichen Verhältnisse meistens ebenfalls besser als die professionelle Jugendarbeit, deren Mitarbeiter oft nicht vor Ort wohnen. Dieses Wissen kann bei einer guten Zusammenarbeit eine grosse Bereicherung für die Jugendarbeit darstellen.

Erfahrungsgemäss ist der wichtigste Erfolgsfaktor für eine gute Zusammenarbeit eine klare Aufgabenteilung der Zuständigkeiten.

Mehr Ressourcen für Projekte

Jugendparlamente betreiben genauso wie die Jugendarbeit Projekte im Sinne der Jugend. Dies bedeutet bei einer Zusammenarbeit im besten Fall doppelt so viele Jugendliche, doppelt so viele persönliche Ressourcen, mehr Know-how und grössere sowie qualitativ bessere Projekte. Je nach Thema bietet es sich auch an, dass ein Jugendparlament mit seinen freiwillig engagierten Jugendlichen aktiv wird. Bei einem anderen Thema kann die professionelle Jugendarbeit mehr erreichen.

DSJ-Angebote

Marcus Casutt, Leiter DOJ

„Jugendparlamentarierinnen und Jugendparlamentarier lernen, was es heisst, sich für die eigenen oder die Interessen Anderer einzusetzen, sie vor Publikum zu vertreten, aber auch Kompromisse auszuhandeln, Siege zu feiern und Niederlagen einzustecken. Viele dieser Jugendlichen werden sich dank den Erfahrungen, die sie in Jugendparlamenten sammeln konnten, mit Sicherheit auch als Erwachsene auf kommunaler oder kantonaler Ebene engagieren.“

Estelle Krattinger Boschung, Kinder- und Jugendbeautrage Kanton Freiburg

„Das Jugendparlament ist das Sprachrohr für Jugendliche. Den Teilnehmern werden Politik und Demokratie erfahr- und erlebbar gemacht. So finden sie heraus, dass aktive Partizipation und Übernahme von Verantwortung notwendig ist und Spass macht.“

Iviza Petrusic, Jugenddelegierter Kanton Zürich

„Ich erfreue mich ab jedem politischen Vorstoss der Jugend, die sich nicht an der Politik der Erwachsenen orientiert; weder inhaltlich noch strukturell. Nicht weil sie es nicht könnte, sondern weil wir sie anders brauchen. Neben der Sachpolitik darf und soll sie aber auch ideologisch sein. In all ihrer Vielfalt sollen Jugendliche unsere Gegenwart gestalten, nicht einem Parteiprogramm folgend, sondern der Frische des Innovativen, des Unangepassten, des...“

Zusammenarbeitsformen der offenen Jugendarbeit und Jugendparlamenten

  • Jugendparlament als Teil des Jugendarbeit: Das Jugendparlament kann organisatorisch der Jugendarbeit angegliedert sind und dementsprechend ein Angebot der Jugendarbeit darstellen. Die Mitglieder des Jugendparlaments werden sehr eng durch die Jugendarbeit begleitet, sei es bei Sitzungen oder der Umsetzung von Projekten. Sobald die JugendparlamentarierInnen für etwas selbst Verantwortung übernehmen können und wollen, kann sich die Jugendarbeit zurückziehen, behält  als Begleitperson jedoch die Hauptverantwortung
  • Enge Begleitung : Selbst wenn das Jugendparlament organisatorisch eine selbstständige Einheit darstellt, kann die Jugendarbeit aufgrund von Abmachungen oder einem Auftrag der Gemeinde eine wichtige Begleitfunktion einnehmen, indem sie ebenfalls an Sitzungen teilnimmt, an Projekten mitarbeitet, die Jugendlichen führt und eine gewisse Verantwortung für die Kontinuität des Jugendparlaments übernimmt.
  • Zusammenarbeit bei einzelnen Projekten oder bei Schwierigkeiten :  Selbstständig organisierte und aktive Jugendparlamente sind meist nicht auf eine Begleitung durch die Jugendarbeit angewiesen. Damit sich die verschiedenen Tätigkeiten nicht in die Quere kommen, sollte aber ein regelmässiger Austausch gepflegt werden. Ausserdem bietet es sich hie und da an, für Projekte zusammenzuarbeiten, ein politisches Ziel gemeinsam zu verfolgen oder den Öffentlichkeitsauftritt der „Jugendsache“ abzusprechen.
  • Reine Koordination : Selbst wenn von einer oder beiden Seiten kein Interesse an einer Zusammenarbeit besteht, empfiehlt es sich, die gegenseitigen Tätigkeiten zumindest minimal zu koordinieren.

Projekte von Jugendparlamenten und der offenen Jugendarbeit

  • Region Fraubrunnen Badinight: Das Jugendparlament Region Fraubrunnen (JupF) wollte während der WM-Zeit seine traditionelle Badinight durchführen. Die Jugendarbit Frabrunnen hatte in dieser Periode eine WM-Bar im Jugendtreff. Kurzerhand wurde die WM-Bar an besagtem Abend in die Badi verlegt. In Folge waren rund 15 Jugendliche aktiv an der Organisation dieses Anlasses beteiligt, es mussten nur für kurze Zeit Erwachsene vor Ort sein und an die 100 Jugendliche besuchten den erfolgreichen Anlass.
  • Region Fraubrunnen Jugendtreff: Der Jugendtreff der Gemeinde Fraubrunnen wird von einem Betriebsteam aus OberstufenschülerInnen geführt., liegt aber in der Verantwortung der Jugendarbeit. Eine Gruppe von Jugendlichen ist mit dem Wunsch an das Jugendparlament gelangt, den Jugendtreff schöner zu gestalten, weil das Jupa die Mittel und Kontakte dazu hat. Eine Projektgruppe bestehend aus dem Betriebsteam, der Jugendarbeit, den Jugendlichen mit Änderungswünschen und dem Jupa wurde daraufhin gegründet. Diese Projektgruppe hat über mehrere Jahre alle Wände neu gestrichen, ein grosses Graffiti sprayen gelassen, mit dem Zivilschutz und der Gemeindeverwaltung organisiert, dass einige Einrichtungen verändert wurden sowie einen Billardtisch gekauft. 

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Broschüre DOJ und DSJ