Eigenschaften von Jugendparlamenten

Die 70 bestehenden Jugendparlamente und Jugendräte in der Schweiz sind verschieden organisiert. Sie verfügen über unterschiedliche Kompetenzen und doch kann man Jugendparlamenten gemeinsame Eigenschaften zuschreiben:

Geografie

Jugendparlamente können sowohl kommunal, regional wie kantonal organisiert sein.

Rechtliche Grundlage

Jugendparlamente sind öffentlich-rechtlich (politischen Institutionen angeschlossen) oder privatrechtlich (als Verein) organisiert.

Mitglieder

Jugendparlamente stehen in der Regel allen Jugendlichen offen. Der Beitritt in ein Jugendparlament kann beispielsweise durch Vorgaben in Bezug auf Alter, Wohnort und Anzahl Mitglieder begrenzt werden.

Beitritt

Je nach Jugendparlament können sich Jugendliche einfach anmelden, werden durch andere Jugendliche oder Behörden gewählt oder vertreten eine Interessensgruppe.

Ziel

In allen Jugendparlamenten setzen sich Jugendliche für Jugendliche ein. Dabei soll Sach- statt Parteipolitik betrieben werden.

Politische Ausrichtung

Ein Jugendparlament muss parteipolitisch unabhängig sein. Dies garantiert den Jugendlichen ein politisches und gesellschaftliches Engagement, ohne sich frühzeitig zum Programm und zu den Beschlüssen einer Partei bekennen zu müssen.

Tätigkeiten

Die Tätigkeiten der Jugendparlamente lassen sich in zwei Bereiche unterteilen: Politik und Projekte. Oft überschneiden sich aber die beiden Bereiche.

Organisation

Jugendparlamente werden durch einen Vorstand geleitet, der vom Plenum gewählt wird. Für die Projekte sind meist Arbeitsgruppen zuständig.

Politische Rechte

Um den Jugendparlamenten das politische Engagement zu erleichtern, brauchen sie politische Kompetenzen. Im Idealfall verfügt ein Jugendparlament über verbindliche Rechte und kann zum Beispiel Vorstösse einreichen, Stellungnahmen zu politischen Geschäften schreiben und die Jugend in Kommissionen vertreten.

Finanzierung

Trotz des grossen freiwilligen Engagements von Jugendlichen benötigt ein Jugendparlament finanzielle Mittel. Mit wenigen finanziellen Mitteln kann ein Jugendparlament viel bewirken. Normalerweise werden Jugendparlamente von der öffentlichen Hand (mit-)finanziert.
 

Jupa-Facts in Zahlen

Was ist kein Jugendparlament?

Ein Jugendparlament ist keine Imitation der „erwachsenen“ Parlamente, parteipolitisch nicht gebunden, kein Debattierklub, keine Alibiübung, keine Showbühne und keine Eintagsfliege.

Keine Imitation

Ein Jugendparlament ist keine Imitation der politischen Struktur vor Ort, also beispielsweise eine „Nachahmung“ des Gemeinderats. Ein Jugendparlament hat ein klares Profil.

Kein Debattierklub

Das Jugendparlament führt keine Scheindebatten, sondern gestaltet sein Umfeld aktiv mit.
Ein Jugendparlament bewirkt effektiv etwas.

Keine Alibiübung

Jugendparlamente sind keine politische Spielwiese. Jugendparlamente haben die Möglichkeit, die Anliegen der Jugendlichen direkt in die Politik einzubringen und real etwas zu verändern. Ein Jugendparlament soll klare und konkrete politische Rechte haben.

Keine Showbühne

Ein Jugendparlament ist keine Showbühne für Einzelpersonen. Auch wenn manchmal einzelne Personen eine wichtig bis unverzichtbare Rolle einnehmen, so geht es doch immer um Anliegen von mehreren Personen und nicht um persönliche Wünsche. Ein Jugendparlament hat demokratische Strukturen.

Nicht nur einmalig

Ein Jugendparlament ist keine einmalige Veranstaltung wie eine nur jährlich stattfindende Jugendsession, sondern eine Institution, in der Jugendliche sich regelmässig treffen und für die konkreten Anliegen der Jugendlichen einsetzen. Ein Jugendparlament verfolgt langfristige Ziele.

Nicht parteipolitisch

Ein Jugendparlament ist grundsätzlich parteipolitisch unabhängig, vertritt aber in der Regel die gemeinsamen Interessen der Jugendlichen. Die Jugendlichen verpflichten sich in einem Jugendparlament keinem Parteiprogramm, sondern stehen für ihre eigene persönliche Meinung ein. Ein Jugendparlament macht Sachpolitik und nicht Parteipolitik.​​​​​​​

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