Ersatz für Arbeitslosengeld und freie Hausbesetzung

"Verändere die Schweiz!" 11.06.2018

Kein Geld mehr für Arbeitslose – nur noch Darlehen, ein Logo für Palmöl auf Produkten oder erleichterte Hausbesetzung von leerstehenden Häusern wünschen sich unter anderem die Jugendlichen in der Schweiz. Sie haben im Frühjahr 2018 ihre Anliegen im Rahmen der Kampagne „Verändere die Schweiz!“ auf www.engage.ch eingereicht. 14 der Anliegen wurden nun von den 14 jüngsten National- und StänderätInnen zur Umsetzung auf nationaler Ebene ausgewählt und heute der Öffentlichkeit im Bundeshaus vorgestellt. Mit dem Projekt engage.ch betreibt der Dachverband Schweizer Jugendparlamente DSJ politisches Crowdsourcing und bringt dabei die Anliegen der Jugendlichen mit PolitikerInnen zusammen.

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Die SVP-Nationalrätin Diana Gutjahr nimmt sich dem Anliegen der 16-jährigen Katharina Indermuehle und ihrer Schulklasse aus Burgdorf an. Sie bringt den Vorstoss der Klasse, kein Arbeitslosengeld mehr zu bezahlen, sondern Arbeitslosendarlehen zu verleihen, aufs nationale politische Parkett. „Es ist mir wichtig, dass wir die Jungen frühzeitig abholen und uns ihre Ideen anhören. Demokratie lebt nur, wenn alle teilnehmen.“ FDP-Ständerat Damian Müller wird einen Vorstoss einreichen, der prüfen soll, wie bessere Berufseinstiegsmöglichkeiten für GymnasiastInnen erreicht werden können und ob ein obligatorisches Praktikum für GymnasiastInnen eingeführt werden soll. Er nimmt sich so dem Anliegen der 25-jährigen Mirjam Bütikofer aus Zürich an, die heute ihre Idee erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt hat. Neu dabei in diesem Jahr ist auch der jüngste Nationalrat, Fabian Molina von der SP, er nimmt sich dem Anliegen der 18-jährigen Ronja Fankhauser aus Oberbütschel (BE) an und will sich dafür einsetzten, Hausbesetzungen von leerstehenden Häusern zu erleichtern. Der jüngste Nationalrat Molina hat sich direkt nach seiner Wahl im Frühling dazu entschieden, das Projekt engage.ch zu unterstützen und zeigt sich am heutigen Event im Bundeshaus motiviert: „engage.ch bietet allen Jugendlichen eine tolle Möglichkeit, sich politisch einzubringen. Das Projekt stellt das ideale Bindeglied zwischen der Politik und den Jugendlichen her und holt die Ideen der Jungen optimal ab, und an den Ideen fehlt es ja nicht.“

Onlineplattform und das persönliche Gespräch

Im Rahmen der Kampagne „Verändere die Schweiz!“ wurden zwischen dem 19. Februar bis zum 25. März 328 Anliegen und Ideen von Jugendlichen zwischen 14 und 25 Jahren aus der ganzen Schweiz auf der Onlineplattform www.engage.ch eingereicht. Die 14 jüngsten National- und StänderätInnen haben nun je eines der Anliegen ausgewählt und werden es durch parlamentarische Vorstösse, Diskussionen in den Kommissionen oder auf anderen Wegen in die nationale Politik einbringen. Neben der Onlineplattform selber, ist bei der nationalen Kampagne „Verändere die Schweiz!“ auch der persönliche Austausch zwischen den Jugendlichen und den PolitikerInnen wichtig. Dieser Austausch erfolgte heute am 11. Juni im Bundehaus. „Verändere die Schweiz!“ ist nun schon zum zweiten Mal durchgeführt worden. Der DSJ bietet mit diesem Projekt eine Form der politischen Partizipation an, die Jugendliche in ihrem Alltag abholt, und ihnen mit ihren eigenen Ideen den Zugang zur Politik erleichtert.

Nachhaltigkeit als Top-Thema

Die ausgewählten Anliegen decken das ganze politische Spektrum von links bis rechts. Besonders viel Aufmerksamkeit gilt in diesem Jahr der Umwelt. So wurden gleich vier Anliegen ausgewählt, um die Schweiz nachhaltiger zu gestalten. Der 23-jährige Sven Egloff aus Mellingen (AG) wünscht sich mehr Vorteile für Elektroautos, um die Nutzung attraktiver zu gestalten. Bei dieser Idee wird er vom CVP-Nationalrat Marco Romano unterstützt. Weniger Foodwaste und mehr Eigenverantwortung wünscht sich die 23-jährige Corina Liebi aus Uetendorf (BE), die SP-Nationalrätin Nadine Masshardt hat sich ihrem Anliegen angenommen und will es in die nationale Politik einbringen. Auch das umweltbewusste Anliegen der beiden Jugendlichen Mattia Cucco 18 und Yasmine Amorim-Esenli 19 aus Sidres (VS) schafft es dank der SP-Nationalrätin Rebecca Ruiz ins Bundeshaus. Die beiden fordern weniger Verpackungsmaterial in Supermärkten. Der mit 16 Jahren jüngste Teilnehmer des heutigen Anlasses, Milo Schefer aus Bern, wünscht sich ein Logo für Palmöl auf der Vorderseite von allen Produkten, die Palmöl beinhalten. Die Nationalrätin der Grünen, Lisa Mazzone, will Milo dabei helfen, sein Anliegen in der politischen Agenda der Schweiz aufzunehmen. Weitere Anliegen, die nun auf nationalem Parkett diskutiert werden, sind:

  • „Die Neutralität der Schweiz in der Verfassung verankern“, eingereicht von Luca Sprecher aus Reinach (BL) und ausgewählt von SVP-Nationalrat Lukas Reimann.
  • „Wohnförderung für Personen in Ausbildung“, eingereicht von Jana Steiner aus Luzein (GR) und ausgewählt von der SP-Nationalrätin Mattea Meyer.
  • „Zusammenarbeit der Post mit ausländischen Postfirmen fördern“, eingereicht von Valerio Paganini aus Bern und ausgewählt von FDP-Nationalrat Philippe Nantermod.
  • „Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehe“, eingereicht von Loïc Kuhn aus Freiburg und ausgewählt von SP-Nationalrat Mathias Reynard.
  • „Förderung von Jugendsport und -Clubs“, eingereicht von Fabian Meier und ausgewählt von FDP-Ständerat Damian Müller.
  • „Günstiger Zugfahren für Jugendliche in Ausbildung“, eingereicht von Livia Wyler und Michèlle Widmer und ausgewählt von der Nationalrätin der Grünen Irène Kälin.

engage.ch – auch eine Partizipationsplattform für Jugendliche in Gemeinden

Die Partizipationsplattform www.engage.ch kann auch während dem ganzen Jahr verwendet werden. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Gemeinden wird sie auch auf lokaler Ebene eingesetzt. Damit erhalten die Gemeinden die Möglichkeit das Engagement von Jugendlichen auf Gemeindeebene zu stärken und die Jugendlichen in die Gemeindestrukturen einzubeziehen. Die Gemeinden werden dabei vom DSJ im gesamten Partizipationsprozess begleitet. Die Onlineplattform wird durch engage-Events ergänzt, an welchen sich Jugendliche mit PolitikerInnen treffen. Der Dachverband Schweizer Jugendparlamente DSJ, der hinter dem Projekt steht, fördert die politische Nachwuchsförderung auch mit weiteren Angeboten: mit der Förderung und dem Support der 73 Jugendparlamente und Jugendräte in der Schweiz sowie mit dem Programm easyvote.

 

Kontakt

Melanie Eberhard, Projektleiterin engage.ch, melanie.eberhard @ dsj.ch, +41 79 935 50 55

Informationen

Am 11. Juni kommen 14 junge Ideen ins Bundeshaus

"Verändere die Schweiz!" 04.06.2018

Im Rahmen der Kampagne «Verändere die Schweiz!» haben Jugendliche aus der ganzen Schweiz auf der Plattform www.engage.ch Anliegen an die Schweizer Politik eingereicht. Am 11. Juni um 13.00 Uhr werden die 14 Anliegen und Ideen der Öffentlichkeit präsentiert, welche die jüngsten National- und StänderätInnen ausgewählt haben. Die Ideen werden in den nächsten Monaten zur Umsetzung in die nationale Politik eingebracht.

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Mit einem Post auf www.engage.ch die eigenen Ideen und Anliegen für die Zukunft der Schweiz dem Parlament vorlegen – das ist dank dem Projekt «Verändere die Schweiz!» möglich. Vom 19. Februar bis zum 25. März konnten alle in der Schweiz lebenden Jugendlichen zwischen 14 und 25 Jahren ihre Anliegen an die Schweizer Politik auf der Onlineplattform www.engage.ch einreichen. Während den fünf Wochen wurden über 320 sehr unterschiedliche Ideen aus allen Landesteilen der Schweiz gesammelt. Die 14 jüngsten National- und StänderätInnen haben nun je mindestens eines der Anliegen ausgewählt und werden es durch Vorstösse, Diskussionen in den Kommissionen oder auf anderen Wegen in die nationale Politik einbringen. Welche Anliegen das sind, wird am 11. Juni an einer Medienkonferenz im Medienzentrum Bundeshaus präsentiert. Acht der 14 am Projekt beteiligten PolitikerInnen sowie die Jugendlichen, deren Anliegen ausgewählt wurden, stellen ihre Anliegen und Ideen vor und stehen Medienschaffenden für Auskünfte zur Verfügung. Dies, nachdem sich die Jugendlichen und PolitikerInnen am Vormittag im Bundeshaus getroffen haben, um die genaue Ausgestaltung der Anliegen zu besprechen.

Politik erlebbar machen

Ziel des Projekts engage.ch ist es, Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine neue und einfache Partizipationsmöglichkeit zu bieten, um sich einzubringen. Dadurch soll unter anderem gezeigt werden, dass auch in der grossen Politik in Bern jede und jeder etwas bewirken kann, sofern man sich engagiert. Der Dachverband Schweizer Jugendparlamente DSJ, der hinter dem Projekt steht, möchte dadurch erreichen, dass sich Jugendliche vermehrt politisch engagieren, um ihre Zukunft mitzugestalten – ein Ziel, das der Verband auch mit anderen Aktivitäten wie der Förderung der rund 70 Jugendparlamente und Jugendräte und dem Programm easyvote verfolgt. Für Nationalrat Lukas Reimann, einer der 14 am Projekt beteiligten PolitikerInnen, liegt der Vorteil klar auf der Hand: «Dank engage.ch können junge Menschen ihre Zukunft mitbestimmen. Politik wird greifbar und zugänglich für eine Generation, die Politik mehr als Übel und weniger als Chance verstand.» Auch Nationalrätin Mattea Meyer sieht die Stärke des Projekts vor allem darin, dass es Politik erlebbar macht: «Es ist nicht etwas Abstraktes, das ein paar in Bern betreiben. Sondern mit dem eigenen Engagement kann die Zukunft mitgestaltet und mitbestimmt werden. Und viele Anliegen machen klar: Viele Junge wollen in einer gleichberechtigten Gesellschaft leben. Das macht Mut!»

Der DSJ möchte das freiwillige Engagement in der Politik und die politische Bildung stärken

Medienmitteilung 15.04.2018

Der Dachverband Schweizer Jugendparlamente DSJ möchte in Zukunft verstärkt das freiwillige Engagement in der Politik sowie die politische Bildung durch die Nutzung der Digitalisierung fördern, um Jugendliche für die politische Mitwirkung zu motivieren. Dies hat der Jugendverband an seiner Delegiertenversammlung von diesem Wochenende in Lausanne beschlossen. Das Potenzial dazu ist gemäss dem neusten easyvote-Politikmonitor vorhanden.

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Der DSJ veröffentlichte vergangene Woche den dritten easyvote-Politikmonitor. Die Ergebnisse resultieren aus einer Umfrage, welche vom gfs.bern bereits zum dritten Mal im Auftrag des DSJ durchgeführt wurde. Über 2/3 der befragten Jugendlichen vertritt die Meinung, dass Politik einen grossen Nutzen für die Zukunft der Schweiz hat. Auch neue Mitwirkungsmöglichkeit sind gefragt – fast die Hälfte der Jugendlichen möchte auf nationaler Ebene mehr politische Mitwirkung. Dieser Anteil ist im Vergleich zum Vorjahr gleichgeblieben, auch wenn das politische Interesse bei den Jugendlichen zurückgegangen ist. Auch auf kantonaler und lokaler Ebene möchten immerhin noch rund ein Viertel der Jugendlichen mehr Mitwirkungsmöglichkeiten erhalten.

Das Potenzial, welches bei den Jugendlichen vorhanden ist, um sie für die Politik zu motivieren, will der DSJ verstärkt wahrnehmen. Der DSJ hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Kompetenzzentrum zur Förderung der politischen Partizipation und der politischen Bildung entwickelt und seine entsprechende Angebotspalette ausgeweitet. Der DSJ unterstützt mit seinen youpa-Angeboten bestehende Jugendparlamente und Jugendräte und fördert weitere Neugründungen. Zudem stärkt der DSJ mit easyvote und engage.ch die politische Partizipation und die politische Bildung von Jugendlichen gezielt. Jugendliche werden damit unterstützt ihre politischen Rechte und Pflichten wahrzunehmen und werden dazu befähigt neue, innovative Ideen und Lösungsansätze in die Politik einzubringen.

Politische Bildung mit konkreten Angeboten fördern

Mit dem Angebot easyvote-school fördert der DSJ bereits die Kompetenzen der jungen BürgerInnen, damit sie sich mit den politischen Themen auseinandersetzen können. Ergänzend dazu plant der DSJ die digitalen Angebote für Lehrpersonen und SchülerInnen im Jahr 2018 weiter auszubauen. Bis Ende Jahr soll eine neue easyvote-App entwickelt werden. Mit dieser werden Jugendlichen darin unterstützt, ihre persönliche Meinung zu Abstimmungsvorlagen zu bilden und diese auch zu reflektieren.

Für jüngere SchülerInnen wird in diesem Jahr ausserdem das Angebot „Ich und meine Gemeinde“ mit pädagogischen Experten entwickelt. Durch ihre Ideen und Anliegen, wie sie ihre Gemeinde verändern möchten, sollen die Jugendlichen lernen, wie Politik auf Gemeindeebene funktioniert. Das neue Angebot wird im Rahmen des Projekts engage.ch und der gleichnamigen Partizipationsplattform lanciert.

Digitale Partizipationsangebote

Neben der bekannten nationalen Kampagne „Verändere die Schweiz!“, bei der Jugendliche ihre Ideen und Anliegen über engage.ch in die Politik einbringen können, werden 2018 erstmals ähnliche Projekte in Kantonen und Gemeinden durchgeführt. Mit diesen neuen digitalen Angeboten im schulischen und ausserschulischen Bereich sollen vor allem die „digitalen Aktivisten“ unter den Jugendlichen abgeholt werden. Die Gruppe der Jugendlichen, die auch politisch digital unterwegs sind, hat laut dem easyvote-Politikmonitor im letzten Jahr am stärksten zugenommen. Jeder fünfte Jugendliche gehört dieser Gruppe an. Weiter sehen fast zwei Drittel aller befragten Jugendlichen in der Digitalisierung grosse Chancen für die Beteiligung der BürgerInnen. Für den DSJ sind digitale Partizipationsmöglichkeiten daher wichtig, aber sie sind nicht die einzige Lösung, insbesondere wenn es um das freiwillige Engagement in der Politik geht.

Freiwillige in der Politik fördern

Jeder sechste Jugendliche ist politisch engagiert und geht regelmässig abstimmen. Die meisten davon engagieren sich auch in einem Jugendparlament, in einer Jungpartei oder einer anderen politischen Organisationen. Auch wenn das politische Interesse zurückgegangen ist, die Gruppe der politisch engagierten Jugendlichen ist gleich gross geblieben. Es ist dieser Sechstel der Jugendlichen, der das politische System der Schweiz jetzt und in der Zukunft, insbesondere mit dem Milizsystem trägt. Um die freiwillig politisch engagierten Jugendlichen und jungen Erwachsenen in ihrer Arbeit zu unterstützen hat der DSJ entschieden das Leitungsausbildungsprojekt Jugend + Politik zu lancieren. Dieses sieht vor, dass JugendparlamentarierInnen und interessierte Jugendliche mit Leitungsfunktionen aus Jungparteien und Jugendorganisationen mit politischer Arbeit eine auf ihre Arbeit zugeschnittene Ausbildung absolvieren können. Die praxisorientierte Ausbildung soll analog zu Jugend+Sport einerseits ihr ehrenamtliches Engagement unterstützen; andererseits sollen die Jugendlichen im Sinne eines Empowerments in ihrer Persönlichkeit gestärkt werden. Mit dem Projekt möchte der DSJ gezielte Nachwuchsförderung für das politische Milizsystem der Schweiz ermöglichen, unabhängig der politischen Ausrichtung der Jugendlichen.

Das 50. Mitglied an der DV aufgenommen

Zur DV vom 14. Und 15. April, die der DSJ gemeinsam mit dem Conseil des Jeunes de Lausanne organisierte, trafen sich am Wochenende rund 165 Jugendliche aus der gesamten Schweiz in Lausanne. Geführt wird der DSJ von einem Vorstand, der sich getreu dem Motto des DSJ – „von der Jugend für die Jugend“ – aus neun jungen Erwachsenen mit einem Durchschnittsalter von 23 Jahren zusammensetzt. Neu in den Vorstand gewählt wurden Elyes Hammami und Michael Kahler. An der diesjährigen DV durfte der DSJ mit dem Conseil des Jeunes du District de Nyon, dem Consiglio Giovani Biaschesi und dem Forum Giovani del Locarnese drei neue Mitglieder aufnehmen – der DSJ zählt nun 50 Mitglieder.

Mehr politische Bildung und verständliche Informationen für junge BürgerInnen

easyvote 13.04.2018

Die easyvote-Tagung 2018 des Dachverbands Schweizer Jugendparlamente DSJ ging gestern im Polit-Forum Käfigturm Bern über die Bühne. Rund 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmer fanden sich ein, um in einem fachlichen Austausch über das Vertrauen, die Meinungsbildung und die politische Partizipation von Jugendlichen zu sprechen. Die klaren Resultate des easyvote-Politikmonitors, der Referate und die Diskussionen zeigten: Es muss gehandelt werden, vor allem anderen bei der politischen Bildung.

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Grundlage für die Tagung bildete der easyvote-Politkmonitor 2017. Er zeigt auf: Geht es um politische Themen, informieren sich die Jugendlichen nicht nur weniger, sondern haben auch ein Vertrauensproblem in den Medien. Und die politische Bildung geht gemäss Aussagen der befragten SchülerInnen zurück. Das ist als bedenklich zu werten, da sich dies langfristig negativ auf die politische Partizipation auswirkt.

Studien untermauern Handlungsbedarf

Die breite Palette von Inputreferaten eröffnete Cloé Jans, Projektleiterin gfs.bern. Sie stellte den easyvote-Politikmonitor 2017 vor und betonte, dass Jugendliche einen Nutzen in der Politik sehen und sie nicht per se politkverdrossen sind. Viele empfinden die Sprache der Politik aber als zu kompliziert und die Politik als zu weit weg von ihrem Alltag. Da die Schulen die meisten Jugendlichen erreichen, sieht sie den grössten Handlungsbedarf bei der politischen Bildung. Im politischen Unterricht muss die Medienkompetenz zu politischen Themen geschärft werden und ihre Kompetenzen, welche sie zu aktiven BürgerInnen werden lassen, erarbeitet werden. So sei es ihnen schlussendlich auch möglich, in unserer Demokratie partizipieren.

Zoë Maire, Bereichsleiterin von easyvote, forderte mehr verständliche, faktenorientierte und neutrale Informationen, damit sich junge Erwachsene eine eigene Meinung bilden können – und dies von allen politischen Akteuren und Organisationen. Im gleichen Zug wurde die neue easyvote-App votenow angekündet. Die App wird ab Herbst 2018 verfügbar sein, ist primär für den Schulunterricht im Rahmen von easyvote-school konzipiert, wird aber für alle zugänglich sein. Das Programm easyvote reagiert damit auf zwei Entwicklungen: Zum einen auf die jetzt wachsende Gruppe der digitalen Aktivistinnen und Aktivisten, zum anderen auf die Unentschlossenheit der Jugendlichen bei politischen Themen – Meinungsbildung soll via Smartphone besser unterstützt werden. Wer kein Vertrauen in die Informationskanäle zu politischen Themen hat, informiert sich weniger, kann schlechter eine Meinung bilden und partizipiert schlussendlich auch nicht. Genau hier setzt der DSJ mit seinen easyvote-Angeboten an.

easyvote schneidet in Forschungsexperiment besser ab als der Bund

Isabelle Stadelmann-Steffen von der Universität Bern stellte ein Umfrageexperiment aus dem Jahr 2017 vor, welches die Qualität der easyvote-Angebote bestätigt. Die easyvote-Broschüre wird im Vergleich zum Abstimmungsbüchlein vom Bund als ansprechender, verständlicher und neutraler wahrgenommen. Auch die easyvote-Clips werden als kompetenter und glaubwürdiger bewertet, als die Clips des Bundes. Vor allem bei der wahrgenommen Neutralität schneiden die easyvote-Angeboten besser ab, als die Angebote des Bundes. Dies ist nicht nur beim Zielpublikum von 18-25-jährigen der Fall, sondern auch darüber hinaus.

Wer muss handeln?

Zur Podiumsdiskussion fanden sich Matthias Aebischer (Nationalrat SP), Daniel Binswanger (Journalist Die Republik), Laura Zimmermann (Operation Libero) und Philipp Gut (Journalist Die Weltwoche) zusammen. Angesprochen auf die Tagungsfragen waren verschiedene Statements zu hören. Matthias Aebischer forderte kurze und prägnante Information – gerade wenn es um Politik geht und das nicht nur für junge Erwachsene. Dies sei von allen politischen Akteuren umzusetzen. Daniel Binswanger nahm die Schulen in Zugzwang, damit diese Jugendliche zu medienmündigen Bürgerinnen und Bürger erziehen. Nur so können sie einschätzen, was Wahrheit ist und welchen Informationen Vertrauen geschenkt werden kann. Laura Zimmermann bestätigte, dass es auch bei den Jugendlichen unterschiedliche Typen gebe, die sich unterschiedlich engagieren würden. Phlipp Gut äusserte sich optimistisch, trotz abnehmendem Vertrauen der Jugendlichen. Das politische System brauche BürgerInnen, die den Medien und den politischen Akteuren gegenüber kritische auftreten.

Das Potential muss genutzt werden

Der Schlusstenor der Tagung war eindeutig: Die sinkende Informiertheit und das teilweise tiefe Vertrauen der Jugendlichen in politische Institutionen und Akteure ist als bedenklich zu werten, zumal sich Jugendliche auf nationaler Ebene mehr einbringen wollen. Die politischen Akteure und Organisationen müssen nun in ihren eigenen Arbeitsfeldern darauf reagieren: Zum Beispiel die Schulen mit mehr und qualitativ besserer politischer Bildung oder die Medien als Informationsübermittler bei politischen Themen. easyvote und der DSJ werden mit ihren Aktivitäten die Anstrengungen verstärken, um das Potenzial zur politischen Partizipation, welches bei den Jugendlichen vorhanden ist besser zu nutzen – dabei steht die Digitalisierung und die politische Bildung im Vordergrund.

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